Die Vorstellung von ATTAC

Am 12.09 haben wir einen interessanten Informationsabend über Attac im Mon ami mit dem Bürgerrechtler Wolfgang Ullmann, Berlin, organisiert.

Etwa 90 Leute besuchten die Veranstaltung. Dort haben wir auf die Ziele von Attac, die Arbeit unserer Regionalgruppe und auf unsere gemeinsame Fahrt zum großen Attac-Aktionstag in Köln hingewiesen.

Bild: Wolfgang Ullmann

Am Anfang seiner beeindruckenden Rede mit anschließender Diskussion stellte Wolfgang Ullmann die zwingende Zusammengehörigkeit der Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit heraus. Diese Ideale seinen keine Rechte per se, sondern Vorraussetzung für die Existenz von Rechten. So sei die Unterdrückung von Freiheit ein Equivalent zur Würdelosigkeit, die Brüderlichkeit die Bedingung für den Friedenszustand und die heute vielfach missdeutete Gleichheit als das Anteilhaben an Rechten zu begreifen. Demzufolge sei Freiheit ohne Gleichheit nicht vorstellbar. Die aktuelle Globalisierungsbewegung, die Ullmann als "neonationale Restauration" - um nicht den ideologisch gefärbten Begriff des "Neoimperialismus" zu verwenden - bezeichnet, sei besonders kritisch zu betrachten, da diese Restauration durch eine übermächtige Nation betrieben werde. Aus der Anti-Hitler-Koalition habe sich die Forderung entwickelt, die Macht- in eine Rechtsordnung umzuschreiben, die sich u.a. in der Gründung der UNO äußert. Diese Rechtsordnung benötige auch heute globale Institutionen wie u.a. die WTO, die allerdings in ihrem aktuellen Zustand dringend reformbedürftig seien.

Ausgehend von den Idealen, die er als unlösbare Einheit darstellte, motivierte er uns zum "Gedankenkampf" gegen die neoliberale Ideologie und Sprache. Sie verwendet verschleiernde, bzw. schönredende Begriffe wie Neoliberalismus, Deregulierung, Eigenvorsorge, Gewinnwarnung und Reform, um Rechtsfreiheit und Sozialabbau zu vernebeln. Ullmann erklärte, dass mit Hilfe der "neoliberalen" Globalisierung, die sich als freiheitlich und neu, also zukunftsorientiert darstellt, de facto versucht wird, zu Zuständen des 19. Jahrhunderts zurückzukehren. Dieses artikuliert sich durch den Abbau des Sozialstaates, die Abschaffung von Umweltstandards und mangelnder demokratischer Teilhabe der Menschen. Als Ergebnis sind wachsende soziale Spannungen zu erwarten.

Ullmann sieht nun in Attac die Fortsetzung der Bürgerbewegung der Wendezeit 1989. Gerade deren Konzepte der strikten Gewaltlosigkeit bieten uns heute wieder, wo unverhohlen mit Krieg und Gewalteinsatz als legitimes Mittel der Politik gedroht wird (z.B.: Irak), wertvolle Anregungen.

Silke & Johannes


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