Wie alles anfing...

Ein schräger Anfang war das mit Attac hier in unserer Region:

Ende Januar 2002 kamen ein paar Leute aus Jena und Weimar zusammen, um an einer Veranstaltung des Europäischen Jugendbildungswerks teilzunehmen. "Die Freunde der Globalisierung", zwei smarte junge Männer aus Berlin, wollten uns über die Vorzüge des absoluten Marktliberalismus unterrichten. Sie taten das auch mit Eifer und Geduld angesichts skeptischer Gesichter, bohrender Nachfragen und ablehnender Statements.

Aber sie kamen zu spät: Wenige Minuten zuvor hatten sich ihre Gesprächspartner aus Jena und Weimar spontan verständigt, die Gründung einer Attac-Regionalgruppe Weimar-Jena vorzubereiten. Denn sie waren sich einig, dass es Sinn hat, auf neuen Wegen für eine gerechtere Welt zu sorgen. Mit vielen anderen zusammen, hier im Lande und überall auf der Erde.

Am 26. Februar war es dann soweit. Der kleine Versammlungsraum im Weimarer "Mon ami" reichte nicht aus, ein mittlerer auch nicht - schließlich musste der größte vorhandene Saal besetzt werden, um alle Interessierten (etwa 150 im Alter von etwa 16 bis 80 Jahren) aufzunehmen. Philipp Hersel aus Berlin stellte das globalisierungskritische Netzwerk noch einmal vor und Henning Hintze, der gerade aus Porto Allegre zurückgekommen war, berichtete vom Weltsozialforum und seinen Impulsen. Die Anwesenden trugen ihre Vorstellungen zusammen, Diskussionsthemen und Aktionsmöglichkeiten wurden sondiert. Gemeinsam gründeten wir an diesem Abend die Lokalgruppe in Tradition der ,Doppelstadt' Jena/Weimar. Jetzt erwarten die "Attacier" schwierige Aufgaben, nämlich Menschen zu begeistern und für eine mühsame Arbeit an der Basis zu gewinnen. Das bedeutet, sich erst selbst mit den komplexen Fragen der Weltökonomie zu beschäftigen und deren Auswirkungen bis in die eigene Lebenswelt zu verfolgen. Dann können auch andere Mitbürger informiert und überzeugt werden.

Als ihre wichtigste Aufgabe begreifen die Jenaer und Weimarer Attacier die Darstellung von globalen und lokalen Verflechtungen und die Aufklärung über die Probleme und möglichen Alternativen der heutigen Globalisierung. Durch unkonventionelle Aktionen, Foren, Vortragsreihen und Diskussionen wollen sie die Problem einer größeren Öffentlichkeit näher bringen. Vielleicht gelingt es ja Attac nicht nur, die Verantwortlichen und den Prozeß der neoliberalen Globalisierung zu attackieren, sondern auch ein paar Mosaiksteine zum den Bau einer besseren und gerechteren Weltordnung hinzuzufügen.

Wir von Attac Jena/Weimar fühlen uns dem Selbstverständnis von Attac verpflichtet.


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